Lilienfeld Verlag

Jacques de Lacretelle
Silbermann
Roman

Klischees, Ausgrenzung und der Mut, sich auf die Seite des Ausgestoßenen zu stellen: Jacques de Lacretelles Schülerroman Silbermann ist der französische Klassiker über den Antisemitismus.

Der Erzähler des Buches entstammt der gutsituierten und streng konservativen Schicht von Paris. Sein Vater ist Untersuchungsrichter, seine Mutter eine ehrgeizige Dame der Gesellschaft, die Atmosphäre trocken. Unter seinen Schulkameraden befindet sich ein besonderer Mensch, der nicht sehr anziehend wirkt, aber durch seine ausgezeichnete Bildung beeindruckt: Silbermann. Weil Silbermann Jude ist, wird er mehr und mehr zum Opfer von Ausgrenzung und Angriffen. Dass er Stolz dagegenzusetzen versucht, verschlimmert die Lage nur. Und als der Erzähler sich auf seine Seite schlägt, steht auch ihm plötzlich eine gesamte Gesellschaft feindlich gegenüber. Aber durch Silbermann gewinnt er auch Einblick in eine neue Welt der Kultiviertheit, des Luxus und der Liebe zur französischen Literatur. Dann kommt Silbermanns Vater vor Gericht, und der Vater des Erzählers wird über ihn das Urteil zu sprechen haben …
Silbermann ist wunderschöne Prosa, die tief in ein bitteres Problem einführt.

Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Irène Kuhn und Ralf Stamm.

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes von Simone Lucas.

Lilienfeldiana Band 10
192 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 19,90, (A) € 20,50, sFr 25,90 (UVP)
ISBN 978-3-940357-21-2

Pressestimmen

„Eine eindrückliche Erinnerung an einen vergessenen französischen Klassiker … Ein bemerkenswertes, von Irène Kuhn und Ralf Stamm elegant übersetztes Büchlein.” – Eberhard Geisler, Die Zeit

„Es ist meisterlich, wie Lacretelle die Innensicht jugendlicher Lebensexperimente mit der soziologisch versierten Darstellung des französischen Antisemitismus verbindet.” – Andreas Isenschmied, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

 

Lacretelle, Jacques de

Jacques de Lacretelle, 1888 geboren, war u. a. mit Marcel Proust und André Gide befreundet und schrieb mit Silbermann sein berühmtestes Werk, für das er 1922 den Prix Femina erhielt. Die Fortsetzung des Romans erschien 1929 unter dem Titel Le Retour de Silbermann. Seit 1936 gehörte er der Académie française an. In der Nachkriegszeit hatte er in leitenden Funktionen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der französischen Presse (Le Figaro und Libération) und hinterließ ein reiches Werk. Jacques de Lacretelle starb 1985 in Paris.