Lilienfeld Verlag

Viktor Hofmann
Lüge
Die Erzählungen

Begierde, Liebe, Enttäuschung – in einem Reigen aus Psychologie, Erotik und dem Lebensgefühl der Moderne führen die Erzählungen Viktor Hofmanns in die morbide und experimentierfreudige Epoche der russischen Décadence.

In der Großstadt, auf dem Land, in den Bergen, am Meer und auf der Rollschuhbahn – überall beschwört Viktor Hofmann die Antwort auf die Frage nach der Liebe: Ist sie geistiger oder bloß körperlicher Natur? Zwischen ekstatischen Visionen und einer allzu nüchternen Realität hin- und hergerissen, bietet sich ihm aber immer nur eine Lösung, und die ist alles andere als tröstlich: Im Lächeln der Geliebten – sei sie Reisebekanntschaft, Gesellschaftsdame oder Prostituierte –, im Rauschen des Meeres oder im Licht der Sterne, überall erblickt er bloß eine einzige kosmische Lüge …
Die zwischen Sanftheit und greller Collage changierende Prosa Viktor Hofmanns, dessen Lyrik unter anderem den jungen Majakowski beeinflusste, erscheint erstmals in deutscher Übersetzung.

Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Alexander Nitzberg.

Einbandgestaltung unter Verwendung einer Collage von Ruth Habermehl.

Lilienfeldiana Band 5
216 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 19,90, (A) € 20,50, sFr 27,00 (UVP)
ISBN 978-3-940357-10-6

Pressestimmen

„Der Dichter ist längst verstorben, aber sein Werk ist so jung geblieben, wie es Hofmann bei seinem Tod war.” – Claudia Voigt, Spiegel Online

„Sein Stil ist etwas ganz Besonderes, und daher lohnt es sich, diese Liebesgeschichten … genauer anzusehen. Von dem schnellen Wechsel zwischen Hoffnung und Ernüchterung, von den Konflikten zwischen äußerem und innerem Begehren lassen wir uns auf solche Weise gern erzählen und loben den Lilienfeld Verlag für Wiederentdeckung und Edition.” – Roland Koch, Westdeutscher Rundfunk

„Die Kunst des selbsternannten ,mystischen Intimisten’… besteht darin, seinen diamantharten Geschichten jedes Pathos auszutreiben, sie dafür mit einer faszinierenden Mischung aus scheinbarer Ironie, bescheidener Weisheit, wunderbar originellen Bildern und unterschwelligem Mitgefühl aufzuladen, die sie rührend, desillusionierend, amüsant und regelrecht körperlich packend machen.” – Michael Sailer, Konkret

Hofmann, Viktor

Viktor Hofmann, 1884 in Moskau als Sohn eines kulturbeflissenen österreichischen Möbelfabrikanten geboren, schrieb schon als Schüler Verse, verkehrte in Symbolistenkreisen und publizierte in bedeutenden Almanachen der Décadence. Zu seinen Freunden zählte der junge Ossip Mandelstam. 1904 als Lyriker an eine breitere Öffentlichkeit getreten, widmete er sich ab 1909 der Prosa, übersetzte Guy de Maupassant und Heinrich Mann. 1911 wurde er so von Neurasthenie geplagt, dass er sich aus Furcht vor dem Wahnsinn erschoss.