Wilhelm Speyer:
Das Glück der Andernachs

28,00  inkl. MwSt.

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Till Greite
ca. 600 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
Fadenheftung, Leseband
12,5 × 20,5 cm
ISBN 978-3-940357-82-3

Erscheinungstermin: Mai 2020

Wilhelm Speyer
Das Glück der Andernachs
Roman

Berlin 1887: Der alte Ephraim Andernach ahnt Böses für die Zukunft, die restliche Familie hat andere Sorgen, die z. B. mit Sehnsucht, Anpassung oder Sex zu tun haben. Wilhelm Speyers so ironischer wie berührender Roman von 1947 zeigt den großen Erzähler in seiner ganzen Kraft.

Das Jahr 1887 ist das Jahr davor, in dem es noch so scheint, als würde sich alles in liberalen Formen weiterentwickeln. Im Folgejahr aber wird Wilhelm II. zum Kaiser, und Deutschland geht weiter auf einem anderen Weg. Für die jüdische Familie hinter der erfolgreichen Berliner Militäreffektenhandlung Trier-Andernach wird 1887 auch privat zu einem besonderen Jahr: Als am Neujahrstag bekannt wird, dass sich die junge Lotte Andernach mit ihrem Jugendfreund Ferdinand Rauch verloben möchte, wird ihrem Großvater mulmig bei dem Gedanken an diese jüdisch-christliche Verbindung. Alle halten dies für unsinnig, aber Lotte und Ferdinand gehen probeweise auseinander – wer weiß, ob es nicht verlockende andere Möglichkeiten gibt? –, während hinter der restlichen Familienfassade Verbindungen existieren und entstehen, die gelinde gesagt etwas überraschend sind.

Wilhelm Speyers opulenter Roman ist das wohl humorvollste und ergreifendste Porträt dieser Zeit und ihrer Menschen, ein äußerst lebensvolles und facettenreiches Gesellschaftsbild, in dem auch schon die politische Zukunft und der aufkeimende Antisemitismus ihre Schatten werfen.