Karl Friedrich Borée
Ein Abschied
Roman

Königsberg 1945. Karl Friedrich Borées kleines wahrhaftiges Antikriegsbuch von 1951 erzählt die Geschichte eines Mannes, der die Freiheit in einer neuen Zeit erreichen will, und zeigt mit aller Konsequenz die Folgen von nationalem Größenwahn.

Mitte Januar 1945 steht das schon zerbombte Königsberg kurz davor, von russischen Truppen erobert zu werden. Marian Burgers Hoffnung mitten in der Vernichtung ist ein Neuanfang in Freiheit. Aber dieses Ziel liegt vielleicht unerreichbar in der Ferne. Der Irrsinn der Diktatur bleibt bedrohlich, seine Frau soll noch auf bestmögliche Weise aus der Stadt kommen, eine alte Freundin nicht hilflos zurückgelassen werden. Und auf dem Weg zum rettenden Pillauer Hafen, von dem aus die letzten Schiffe abgehen, wird sein Verantwortungsgefühl noch einmal zusätzlich grausam herausgefordert.

Karl Friedrich Borée hat mit Ein Abschied einen seiner dichtesten Romane geschrieben: kompromisslos, antirevanchistisch und trotzdem melancholisch Abschied nehmend, nah am Zeitgeschehen und berührend. Erneut ein Werk dieses erstaunlichen Autors, das sich zu entdecken lohnt.

Mit einem zusätzlichen Text von Karl Friedrich Borée
und einem Nachwort von Axel von Ernst

184 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
Fadenheftung, Leseband
12,5 × 20,5 cm
(D) € 20,00, (A) € 20,60, sFr 29,00 (UVP)
ISBN 978-3-940357-77-9

Auch als E-Book erhältlich.

Pressestimmen

„Karl Friedrich Borée ist wirklich ein ganz ungewöhnlich kluger und nachdenklicher Chronist seiner Zeit. … Und in einer so kruden Welt, in der wir gerade leben, wo uns diese Themen wie Anstand und Courage, Wahrheit und Rechtsstaat wirklich jeden Tag umtreiben, finde ich es wunderbar, dass es ihn wieder gibt und wir ihn wieder lesen können.“ – Gabriele von Arnim, Deutschlandfunk Kultur/Lesart

„Zeitlos sind die zentralen Fragen, die dieser kluge Roman stellt: Wie verhalten sich Menschen, wenn sich in historischen Krisenzeiten die bürgerliche Ordnung um sie herum auflöst? Wie findet der Einzelne trotz Terrorregime einen moralisch vertretbaren Weg zwischen Anpassung und Aufbegehren? Wann kippt das persönliche Freiheitsbedürfnis in Verantwortungslosigkeit? Die geglückte Verbindung des Historisch-Dokumentarischen mit solchen bis heute hochaktuellen Fragestellungen und moralphilosophischen Erkundungen macht Ein Abschied zu einer sehr lesenswerten Wiederentdeckung.“ – Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk/Büchermarkt

Ein Abschied verdient mehr als eine flüchtige posthume Würdigung, es ist ein zeitloser, starker Roman, nicht nur ein humanistisches Lehrstück. Der Roman stellt unbequeme Fragen, die nicht einfach beantwortet werden können, und ist gerade im Zeitalter des Populismus aktueller und wertvoller denn je.“ – Marcela Drumm, WDR 5/Scala

„Die Romane von Karl Friedrich Borée dürften für alle Literaturliebhaber Schatzkisten sein. Beim Schmökern finden sich neben wertvollen Erinnerungen und sprachlichem Können auch humanistische Anschauungen, die inzwischen nicht mehr vorausgesetzt werden dürfen.“ – Sabine Bovenkerk-Müller, schreiblust-leselust.de

„Es sind erschütternde Bilder und Szenen, die der Autor uns vor Augen führt. Eindringlich, unglaublich dicht und anschaulich schildert Borée die letzten Tage in Königsberg auf sehr hohem literarischen Niveau. Mit Karl Friedrich Borée hat der Düsseldorfer Lilienfeld Verlag einen ganz großartigen deutschen Erzähler wiederentdeckt. … Ich empfehle dieses Buch …, denn es vermittelt uns wieder einen Blick auf die wesentlichen Dinge des Lebens. Und ganz besonders ist die Lektüre auch für junge Menschen geeignet, die Krieg und Not eigentlich nur noch vom Hörensagen kennen … Prädikat: Ein ganz, ganz besonders Buch!“ – Katrin Bartsch, Leseempfehlung der Buchhandlung Goltsteinstraße Köln

„Borées Ein Abschied ist kein Geschenk, es ist ein Muss für jeden humanistisch denkenden und handeln-wollenden Menschen. … Seine ausgefeilte Sprache und die seinem Protagonisten Marian Burger auferlegten Gedanken sind ein ästhetisches und philosophisches Husarenstück. Ein Abschied, ein Roman, an dem sein Leser wächst! Einfach großartig und vielleicht gerade zur richtigen Zeit wieder veröffentlicht!“ – Joachim Warminski (Buchhandlung Friebe, Berlin), Für Sie gelesen

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© Karl-Ernst Boeters

Karl Friedrich Borée wurde 1886 in Görlitz geboren, studierte Jura, war Offizier im Ersten Weltkrieg und danach in den Stadtverwaltungen von Schöneberg und Königsberg sowie als Jurist tätig. Ende 1930 erschien Dor und der September als Romandebüt des 44-Jährigen. Sein zweiter Roman, Quartier an der Mosel (1935), wurde als Antikriegsroman verboten, allerdings konnte Borée weiter veröffentlichen. Nach 1945 arbeitete er aktiv am Aufbau eines demokratischen Literaturlebens mit. Er schrieb für den Berliner Tagesspiegel, war der erste Vorsitzende des Westberliner Schriftstellerverbands und Generalsekretär der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Herausragende Werke der Nachkriegszeit sind die Romane Ein Abschied (1951) und Frühling 45 (1954) sowie das Erinnerungsbuch Semiten und Antisemiten (1960). Borée starb 1964 in Darmstadt.

Außerdem im Lilienfeld Verlag von Karl Friedrich Borée:

Frühling 45
Dor und der September